Der Nordosten

Montag 03.04
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der “Kuranda Rainforest Tour” die Ramona schon von Deutschland aus gebucht hat.

Der schön bemalte Bus des Tour-Veranstalters holt uns um 7:40 Uhr von der Hotelanlage ab und bringt uns zum Bahnhof “Freshwater” der “Kuranda Scenic Railway”, wo wir eine tolle Zugfahrt beginnen. Mit großartigen Ausblicken in den dichten Regenwald , in steile Bergschluchten und auf malerische Wasserfälle. Die berühmte Eisenbahnstrecke windet sich auf ihrem Weg von Cairns nach Kuranda, dem Dorf im Regenwald, durch unzählige Kurven, 15 Tunnels und 37 Brücken auf 328 Meter über Meereshöhe. Sie wurde zwischen 1882 und 1891 erbaut.

Ein Zwischenstopp an den Barron Falls bietet Fotomotive und Ausblicke auf die tief eingeschnittene Barron Schlucht und die Barron Wasserfälle, über die der Fluss in mehreren Stufen 280 Meter hinunter ins Tiefland stürzt.
Am Bahnhof Kuranda wartet der Bus schon wieder, um uns zum Schmetterlingshaus zu bringen. Es ist gar nicht einfach, die flatternden und taumelnden Gesellen in voller Größe und Farbenpracht auf dem Speicherchip oder dem Diafilm festzuhalten.
Der
nächste Programmpunkt ist eine Fahrt durch den
tropischen Regenwald mit einem Amphibienfahrzeug aus dem 2. Weltkrieg,
dem so genannten “Armi-Duck”. Es ist ein
überdimensionierter, allradgetriebener Geländewagen,
der schwimmfähig ist und dessen Schiffsschraube auch ein
Vorankommen auf Flüssen oder Seen ermöglicht.
Während dessen ist der Himmel meistens mit dicken Wolken
verhangen die von Zeit zu Zeit ihre Wasserlast kübelweise auf
uns herabschütten. Das alles bei ca. 25° Celsius.
An einem Marktstand erstehen wir eine Trink-Kokosnuss. Zwei Löcher werden hineingebohrt, Trinkhalme eingesteckt und, der Coctail ist fertig!
Ein Mittagsbuffet schließt sich an, und frisch
gestärkt wohnen wir einer Didjeridu- und
Tanzvorführung der eingeborenen Aboriginals bei,
während der Regen auf das Zeltdach trommelt. Das
ergänzt sich gut, denn Trommeln sind unter den Eingeborenen
unbekannt. Für den Takt werden Klanghölzer oder
Boomerangs gegeneinander geschlagen.
Anschließend werden wir in kleine Gruppen
aufgeteilt und die
wild bemalten Tänzer erklären den Didjeridu und
demonstrieren uns die Waffen.
Der Didjeridu ist ein einigermaßen gerades, 1 bis
1,5 Meter langes hohles Rundholz. Es wird in der Regel ein Ast von
einem Eukalyptusbaum abgeschlagen, auf die gewünschte
Länge gebracht und in einen Termitenbau gesteckt. Diese
kleinen Tierchen übernehmen das Aushöhlen des Holzes.
Später wird noch die Rinde entfernt, ein Mundstück
aus Bienenwachs angebracht und das Instrument bemalt.
Im Gegensatz zu anderen Blasinstrumenten hört man beim
Didjeriduspiel nicht auf zu blasen sondern nutzt eine besondere
Atemtechnik, das so genannte “zirkulierende Atmen. Der
Mundraum wird wie ein Luftsack benutzt, mit den Wangen und der Zunge
wird die Luft aus dem Mund gepresst, während man schnell durch
die Nase einatmet. Ein geübter Spieler kann 10 Minuten ohne
Unterbrechung spielen, ähnlich dem Dudelsackspieler. Weitere
Techniken kommen dazu um das typische Tonbild des Didjeridu zu erzeugen.
Sehr eindrucksvoll ist die Demonstration der Speerschleuder. Es ist kaum zu glauben welche Durchschlagskraft und Reichweitenerhöhung mit diesen einfachen, ca. 80 Zentimeter langen, Armverlängerungen aus Holz zu erreichen sind.
Den Abschluss bildet das Boomerangwerfen. Hier können Interessierte nach der Vorführung das soeben Gelernte selbst in die Tat umsetzen. Trotz Hilfestellung kommen die Krummhölzer in der Regel nicht zurück. In aller Bescheidenheit gibt es zwei Ausnahmen, den Boomerang von Ingo und den von mir. (Wir hatten allerdings schon mal vor Jahren das Werfen geübt).
Auf dem Rückweg können die einheimischen Tiere in einem Park aus nächster Nähe betrachtet und Kängurus teilweise sogar gestreichelt werden.
Bei den Krokodilen und Echsen ist das nicht ratsam, aber auch die putzigen Koalas sind mit Vorsicht zu genießen. Sie können sehr unwirsch reagieren, sogar wenn Artgenossen ihnen zu nahe auf den Pelz rücken. Wie wir sahen, wird dann schon mal kräftig in den Allerwertesten gebissen und ordentlich Backpfeifen ausgeteilt.
Als abschließendes Highlight steht jetzt noch die
7,5 Kilometer lange Gondelfahrt mit der “Skyrail”
bevor. Wie schon oft am heutigen Tag schüttet es wieder einmal
aus allen Himmelsschleusen als wir die Gondel besteigen wollen.
Plötzlich bleibt die Anlage stehen. Nach kurzer Hektik seitens
des Personals läuft sie wieder an und wir können
über das erste Teilstück schweben. Von der Kuranda
Station zur Barron Falls Station. Im Regen ist die Aussicht allerdings
eingeschränkt, nur in unmittelbarer Nähe
können wir von oben mit den Augen den Regentropfen folgen, wie
sie im grünen Blätterdach des Dschungels verschwinden.
Bei der Station angekommen müssen wir eine Zwangspause
einlegen, weil inzwischen häufiger Blitze durch die Wolken
zucken und sich dann jedes Mal die Seilbahn abstellt. Aus
Sicherheitsgründen muss das Gewitter erst abgewartet werden.
Als es schließlich weiter geht, ist es schon
dämmerig und Nebel ist aufgezogen, sodass die Skyrail-Tour
optisch nicht viel hergibt. Bei schönem Wetter wäre
diese Fahrt über den Urwald bis hinunter zur Küste
sicher ein Höhepunkt des Tages gewesen.
Dienstag 04.04.
Um 8:00 Uhr stehen wir vor dem Büro der Reisemobil-Vermietung.
Die
Vertragsbedingungen hier in Australien lauten etwas anders als in
Deutschland wo Ramona gebucht hat, aber wir reagieren flexibel darauf
und haben nur einen geringen finanziellen Nachteil.
Bei der Übergabe passen wie üblich die
Bettwäsche-Kits
nicht und wir erschrecken über den geringen Stauraum. Wir
waren
von Amerika größere Fahrzeuge gewohnt. Aus diesem
Grund
tauschen wir die dicken Oberbetten gegen die dünneren aus, was
sich im Nachhinein als Fehler erweisen soll.
Kurz nach 10:00 Uhr rollen wir nach Norden Richtung Freshwater. An der Abzweigung hinauf ins „Atherton Tableland“ liegt ein riesiges Einkaufszentrum auf der grünen Wiese. Nach dem Großeinkauf richten wir die Fahrzeugnase bergauf ins Tableland. Sofort wird die Straße steil und kurvig, doch das Mercedes-Basisfahrzeug hat enorm Kraft und erspart uns durch die Automatik sogar das Schalten. Das ist jetzt in der Eingewöhnungszeit auf den Linksverkehr eine große Hilfe, braucht man doch nicht noch zusätzlich mit der linken Hand am Schaltknüppel zu rühren und die Gänge suchen.
Hinter Kuranda wird die Straße flacher, wir haben die Hochfläche erreicht. Sie ist von Viehzucht und Milchwirtschaft geprägt. Stolz ist man hier auf die „Holsteiner“ unsere schwarzbunten Milchkühe. Viele Ranches sind der Zuchtvereinigung angeschlossen. Das Versorgungszentrum bildet die Kleinstadt Atherton. Hier suchen wir eine Bank und tauschen Bargeld. Der Wechselkurs beträgt ca. 3A$ : 2€. Wir finden auch ein Outdoorgeschäft, dort kaufen wir Sanitärflüssigkeit für den Toilettentank.
Das nächste Ziel ist der über 500 Jahre alte
„Curtain Fig Tree“ in Yungaburra. Es ist, wie der
Name
schon sagt, ein Vorhang aus den Luftwurzeln der Würgefeige von
beachtlicher Größe. Die Würgefeige bringt
schließlich ihren Wirtsbaum um und reckt sich an seiner
Stelle
durch das Dach des Regenwaldes.
Es ist hier nicht ganz so heiß und schwül wie an der
Küste, aber zwischen 25 und 30° C beträgt die
Temperatur
hier auch.
Beim nächsten Ziel, dem Vulkankratersee
„Lake
Echam“ ist die Zufahrtsstraße wegen den
Verwüstungen
durch den Zyklon „Larry“ gesperrt. Dieser fegte
drei Wochen
vor unserer Ankunft über die Nordostküste
Australiens. Also
umdrehen und weiter zum Hypipamee Nationalpark. Er wird kurz
„The
Crater“ genannt. Von einer Aussichtsplattform hat man einen
tollen Einblick in den tiefen Vulkankrater und seinen grünen
Kratersee. Der zylindrische Krater mit den senkrechten Wänden
hat
einen Durchmesser von 61 m und eine Tiefe von 58 m. Der Seeboden liegt
noch einmal 85 m tiefer. Keiner von uns hat solch ein
Weitwinkelobjektiv um die ganze Szenerie einzufangen.
In fußläufiger Entfernung tosen die
„Dinner
Falls“ durch die Schlucht. Es regnet wieder einmal und so ist
es
schon dämmerig als wir dort ankommen.
Nun müssen wir uns sputen um noch vor Einbruch der Dunkelheit einen Campingplatz zu finden. Der gesuchte liegt beim Städtchen Millaa Millaa und mit dem letzten Licht belegen wir unseren Stellplatz.
Mittwoch 05. 04.
Millaa Millaa ist auch der Ausgangspunkt für den Rundkurs über den „Waterfall Circuit“. An dieser 16 km langen Straße liegen die schönsten Wasserfälle des Tablelands. Die Zugänge zum Ellinjaa Fall und zum Zillie Fall waren noch gesperrt, aber der schönste von allen, der „Millaa Millaa Fall“ war erreichbar.
Ein Anblick wie in den „Traumschiff-Folgen“ eröffnet sich uns. Es sieht wirklich paradiesisch aus. In Windeseile haben wir die Badesachen angezogen und stürzen uns in das Becken unterhalb des Falles. Brigitte fotografiert. Erst als wir uns abtrocknen hören wir Kettensägen und sehen Arbeiter, die oberhalb des Wasserfalls Zyklonschäden beseitigen. Sie hatten offensichtlich in der Zeit während wir im Wasser waren die Arbeit eingestellt.
Über eine enge, kurvige, aber landschaftlich reizvolle Nebenstrecke erreichen wir Ravenshoe. Diese, mit 930 m, höchstgelegene Stadt Queenslands, hat einen der wenigen Windparks Australiens. Während sich bei uns der Widerstand der Windkraftgegner erhöht, ist die „Windy Hill Wind Farm“ hier eine Touristenattraktion! Sie ist aber nicht unser Ziel sondern die „Millstream Falls“. Mit 65 m Breite (in der Regenzeit) sind sie die breitesten Wasserfälle Australiens. Weil sich die Regenzeit noch nicht verabschiedet hat, können wir den „Mini-Niagara“ bewundern.
Eine einspurige, teilweise nur geschotterte Straße durch arg zerzausten Urwald führt nach 25 km auf den Parkplatz an den 293 m hohen „Tully Falls“. Hier stehen auch mehrere Fahrzeuge der Forst- bzw. Straßenverwaltung und die Luft ist erfüllt von Kettensägenlärm. Es wird erklärt, dass soeben der Wanderpfad zum Aussichtspunkt von umgebrochenen Bäumen befreit wird. In frühestens einer Stunde könne der Weg wieder freigegeben werden. Die Zeit wird zur Mittagspause genutzt. Weil es offensichtlich länger dauert fahren wir zurück nach Millaa Millaa um über den Palmerston Highway ostwärts durch den „Wooroonooran NP“ und hügeliges Farmland, Tee- und Bananenplantagen die 900 m tiefer liegende Küstenstadt Innisfail zu erreichen.
Diesen Weg hat vor drei Wochen auch der Zyklon „Larry“ genommen und wie mit einem Riesenstaubsauger den Urwald entlaubt, Alleen geknickt, Plantagen verwüstet und Häuser zerstört. Über Innisfail ist „Larry“ direkt hinweggezogen und die Aufräumarbeiten links und rechts dauern immer noch an. Die Hauptstraßen sind allerdings alle wieder befahrbar. An etlichen Häusern sind allerdings Schilder angebracht mit der Aufschrift „For Sale“.
Wir fahren jetzt auf dem Highway „N 1“
südwärts durch flachgelegte Bananenplantagen und
zerzauste,
endlose Zuckerrohrfelder bis kurz vor Townsville und suchen uns hier
einen Stellplatz.
Abseits der Straße finden wir einen geeigneten Platz an einem
Zuckerrohrfeld. Beim Rangieren versinkt das rechte Vorderrad in dem
sumpfigen Feld und wir können uns nur mit Mühe wieder
auf
festen Grund retten, indem alle Mitfahrer aussteigen und schieben.
Abgeschirmt durch einen schmalen Dschungelstreifen zur
Straße,
und das hohe Zuckerrohr hinter und neben uns, weht hier kein
Lüftchen. Die Hitze, Schwüle, und Mücken
sind
schrecklich und letztere halten uns hinter den Moskitonetzen im
Wohnmobil gefangen, wo wir im eigenen Saft schmoren.
Donnerstag 06.04.
Eine grässliche Nacht liegt hinter uns. Um sechs Uhr halte ich es nicht mehr aus und fahre mit Licht los, in die anbrechende Dämmerung hinein. Die Fahrzeuglüftung schafft etwas Erleichterung. Allerdings beginnt es wieder zu regnen, was sage ich, schütten! In Townville sind kaum die Straßenschilder zu erkennen, trotzdem finden wir ein Shoping-Center und frühstücken auf dem Parkplatz eines Supermarktes während draußen das Wasser in die Gullys gurgelt.
Bei uns sitzen die Senioren oft auf Parkbänken und genießen die frische Luft. Hier genießen die Senioren auch die frische Luft, aber die aus den Klimaanlagen der angenehm kühl temperierten Einkaufszentren. Sie sitzen auf den Bänken und Sitzinseln zwischen den Geschäften, denn hier kann man es aushalten.
Nach dem Einkauf fahren wir in die City. Nahe der Strandpromenade finden wir nach längerem Suchen einen guten Parkplatz. Unter dem inzwischen blauen Himmel bummeln wir auf der wunderschönen Promenade bis zur Seebrücke und besuchen anschließend das Riffaquarium der Stadt.
Hier ist in einem gewaltigen Glastank ein Korallenriff angelegt, mit allen Bewohnern die auch im „Great Barrier Reef“ leben. Auch in Australien suchen die Kinder zuerst nach Clownfischen und rufen aufgeregt: „Nemo, Nemo!“, wenn sie einen sehen. Durch eine Plexiglasröhre kann man direkt durch das Riff gehen. Von dort aus beobachten wir auch die Haifütterung. Sie ist wenig spektakulär weil die Haie keinen Hunger haben und eine scheinbar ausgehungerte Meeresschildkröte sich alle Futterfische schnappt.
Weiter geht es auf der „N 1“ nach Bowen und wir erreichen im Dunkeln einen Campingplatz mit Swimming-Pool. Der wird auch sofort intensiv genutzt. Die Abkühlung ist herrlich.
In Brigittes Logbuch steht heute unter Wetter: Morgens Regen, mittags Sonne (alle haben einen Sonnenbrand), nachmittags bewölkt, abends Regen, 28°.
Freitag 07.04.
Wir hatten bei den Tully Falls entdeckt, dass sich eine Stauraumklappe unterwegs geöffnet hatte und die Flasche mit der Toilettenflüssigkeit herausgefallen war. In Bowen gibt es ein Sport- und Campinggeschäft und dort kaufen wir jetzt Nachschub. Anschließend können wir das WOMO nicht mehr starten. Nach durchlesen der Handbücher und etlichen Versuchen rufen wir die Hotline vom Vermieter Maui an. Nach einer guten Stunde kommt ein Pannendienst und findet nach kurzer Suche eine oxidierte Polklemme der Starterbatterie. Für die normale Armaturenbrettbeleuchtung hat der Strom noch ausgereicht aber die 500 Ampere Anlasserstrom konnten nicht mehr fließen. Die Klemme ein bisschen gelöst, hin und her gedreht, wieder festgeschraubt und alles war gut.
Das nächste Ziel sind die Fledermaushöhlen
von
Rockhampton, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ingo und ich
fahren abwechselnd, der Motor wird nicht ausgeschaltet.
Die „N1“ führt durch sattgrüne,
hügelige
Landschaften, Eukalyptuswälder, Gemüsefelder und
Viehweiden
auf denen die Rinder bis zum Bauch im Gras stehen.
Leider kommen wir erst 20 Minuten nach Einlassschluss bei den
Höhlen an. Es wird beratschlagt wie es weitergeht. Hier jetzt
warten und morgen die Höhlen besuchen würde zu viel
Zeit
kosten, deshalb entschließen wir uns für die
Weiterfahrt
Richtung Gladstone.
Die Dunkelheit bricht herein bevor Gladstone erreicht ist. Im letzten Licht biegen wir links ab auf die ehemalige Straßentrasse und dann in einen Waldweg. Hier stehen wir sehr gut. Es ist 18:00 Uhr. Heute hat das WOMO 723 km abgespult.
Samstag 08.04.
Die Sonne weckt uns. Ganz schnell sind wir aus den Federn und
schon
früh wieder unterwegs. Das heutige Ziel ist der
„Rainbow
Beach“, denn wir wollen endlich mal wieder an den Strand. Auf
der
Straßenkarte führt die „N1“
direkt an der
Küste entlang aber in Wirklichkeit liegen 10 bis 20 km
zwischen
der Straße und der Küste.
Unterwegs erledigen wir unseren Wochenendeinkauf in
Maryborough.
Rainbow Beach erreichen wir um 14:00 Uhr. Auf dem Campingplatz sind fast alle Plätze schon belegt, gut, dass wir so früh hier sind.
Das schöne Wetter ausnutzend wird Wäsche gewaschen. Es schließt sich ein Strandspaziergang an. Das macht Lust auf Baden. Die Badesachen werden geholt und wir stürzen uns in die Wellen.
Am Abend sitzen alle vor dem WOMO und genießen einen herrlichen Sonnenuntergang während die Sittiche in Schwärmen über den Platz schwirren und ein Höllengezeter machen.
Sonntag 09.04.
Heute steht Brisbane auf dem Programm. Leider findet sich kein Parkplatz in der City, denn Parkraum gibt es fast nur in Parkhäusern die für das WOMO tabu sind wegen der Höhe. Die wenigen Parkflächen am Straßenrand sind von einem heute abgehaltenen Flohmarkt belegt. Also gibt es eine Sightseeing-Tour per Wohnmobil einschließlich Universitätsgelände. Hier kann Ingo sich anschauen wo er gelebt hätte, bei einem angedachten Semester Auslandsstudium in Brisbane. Es wäre sicher eine angenehme Zeit gewesen.
Wir verlassen die Küstenregion, um in den Bergen den
„Lamington National Park“ zu erreichen. Unterwegs
liegt ein
Gestüt neben dem anderen in den hügelig ansteigenden
Tälern. Vereinzelt sieht man auch kleine Weinhänge.
Die letzten 30 Kilometer Straße vor dem NP sind vorwiegend
einspurig und steil, um sich schließlich zwischen dicken
Urwaldbäumen durch zu schlängeln. Das Fahrzeug findet
noch
einen Platz auf dem Campground des Nationalparks,
anschließend
beginnen wir eine Wanderung durch das Obergeschoss des Regenwaldes.
Hier im südwestlichen Teil des Parks, genannt „Green Mountains“ wächst wegen der höheren Niederschläge dichter Regenwald. Durch diesen führt der „Rainforest Canopy Walk“ in 15 Metern Höhe auf Hängebrücken durch das dichte Grün der Baumkronen. An einem Baum sind Eisenleitern verschraubt die bis auf eine Höhe von 34 Metern reichen.
Von hier oben ergibt sich eine grandiose Aussicht über die bewaldeten Kämme der Höhenzüge und in das Dach des Waldes mit seinen parasitischen Misteln, den Baum-, Korb-, Hirschgeweihfarnen und Lianenarten.
Neben vielen Vögeln, u.a. den Brush-Turkys und
verschiedenen
Sitticharten, sehen wir die ersten frei lebenden aber zutraulichen und
an Menschen gewöhnte Waldkänguruhs, die Wallabies.
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