Auf dem Weg nach
SEVILLA besuchen wir den Ort JEREZ dem der Sherry seinen
Namen verdankt.
Hier erleben wir eine
Feria, ein Reiterfest mit lokaler Folklore. Die Besichtigung einer
Sherry-Bodega darf natürlich nicht fehlen.
Das nächste Ziel
ist die Provinzhauptstadt SEVILLA.

Routenverlauf
27. Tag
Heute Morgen haben wir Zeit. Weil es frisches Baguette zum
Frühstück geben soll und das bekanntlich erst
später zu haben ist, schreibe ich noch an diesem Bericht.
Es ist 11:00 Uhr als wir nach Jerez aufbrechen. Dort ist doch die Feria, also eine Kirmes. Vorbei an einigen Wein-Bodegas, folgen wir auch hier den Schildern zur Information. Doch anders als in SANLUCAR endet hier auf einem Platz in der Innenstadt die Beschilderung, ohne dass es eine Möglichkeit zum Parken gäbe. Es sind alles enge Einbahnstraßen und der Verkehr drückt uns immer weiter. Beim Zentralen Busbahnhof, am Rande der Innenstadt, können wir das Fahrzeug abstellen und uns zu Fuß auf die Suche machen. Bei Fragen nach der Touristinformation werden wir dreimal falsch geschickt. Erst als ich eine Streifenwagenbesatzung anspreche, bekommen wir eine genaue Wegbeschreibung. Uns interessiert die Feria und als wir erfahren, dass es bei der Bodega „Tio Pepe“ um 16:15 Uhr eine Führung in deutscher Sprache gibt, auch diese.
Zuerst steigen wir in einen Bus zum Festplatz. Dort soll um
14:00 Uhr ein Kutschenkorso beginnen. Schon im Bus ist ausgelassene
Stimmung zu spüren. Viele Señoras,
Señoritas und ganz kleine Mädchen sind in
andalusischen Kleidern unterwegs, wie man sie bei
Tangotänzerinnen kennt, es ist ein

farbenprächtiges
Bild unter blauem Himmel.
Auf dem Festplatz treffen im Laufe des Nachmittags immer mehr Reiter,
Reiterinnen und vor allem Kutschen ein, eine schöner als die
andere, vom Ein- bis zum Sechsspänner.
Nicht nur die
Caballeros auf den Pferden, die rechte Hand in die Hüfte
gestemmt, oder die Passagiere und Kutscher sind sich der Aufmerksamkeit
bewusst, nein auch die Pferde trotten nicht oder haben den Kopf
gesenkt, sie tänzeln unter ihrem Reiter oder vor dem Wagen.
Besonders ein Rappe vor einer zierlichen Kutsche reißt die
Knie hoch und tänzelt auf der Hinterhand, Originalton
Brigitte: „So eingebildet wie die Dame in der
Kutsche“.
Immer mehr Gespanne reihen sich in den Zug ein, der
bis zum Ende der mit Weinstuben gesäumten Promenade
führt, dort wendet, und auf der anderen Seite der Allee wieder
zurückkommt. Am anderen Ende wird wieder gedreht und so
weiter.
Eine Jury begutachtet das Treiben und hat einen ganzen Tisch
voll Pokale vor sich aufgebaut, sicher gibt es später noch
eine Preisverleihung.
Wir haben noch einen Termin bei der Bodega Gonzales Byass mit dem Markennamen Tio Pepe. Diese Führung ist dieses mal nicht nur für uns, sondern weitere Besucher und eine Busgesellschaft. Der Ablauf ist auch viel geschäftsmäßiger und im Grunde genommen hat uns die Führung in SANLUCAR besser gefallen, aber hier haben wir doch mehr verstanden und ein Teil der oben schon beschriebenen Verfahren zur Sherryherstellung konnte ich erst nach dieser Führung hinzufügen.
Abends fahren wir noch nach SEVILLA, wo die Nachtplatzsuche sich schwierig gestaltet, wir aber schlussendlich irgendwo zwischen einem Wohn- und Gewerbeviertel parken. Den Platz könnte ich nicht wieder finden.

(Routenverlauf)
28. Tag
Heute ist Sonntag. Als wir kurz nach 9:00 Uhr ins Zentrum von SEVILLA
fahren, herrscht ausgesprochen wenig Verkehr für eine
Großstadt. Das soll uns nur Recht sein. Mehr durch Zufall
finden wir einen schattigen Parkplatz vor dem Casino, und wie sich
herausstellt, liegt der in fußläufiger Entfernung
zur Altstadt und anderen, zentral gelegenen
Sehenswürdigkeiten.
Zuerst bei der Touristinformation einen Stadtplan besorgt, und dann bei herrlichem Wetter zu Fuß den Stadtkern durchschlendert. Ein leicht böiger Wind riss mir allerdings zwei Mal den Hut vom Kopf.

Um die Mittagszeit sind wir gerade im Park JARDINES DE MURILLO, wo wir unter dem Kolumbusdenkmal unsere Äpfel verzehren.
Frisch gestärkt ist der Spanische Platz
unser nächstes Ziel.

Der „PLACE DE ESPAGNE"
ist ein riesiger, runder Platz, der von einem bogenförmigen
Gebäude zur Hälfte eingefasst wird. Erbaut wurde es
in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, wobei jedem
Verwaltungsbezirk Spaniens ein Kreissegment gewidmet ist. Flankiert
wird das

halbrunde Gebäude

an seinen zwei Enden durch monumentale Türme.
Zurzeit wird die ganze Anlage restauriert, was auch dringend
nötig ist, scheint doch seit der Erbauung nichts mehr getan
worden zu sein.
Angrenzend liegt der stadtnahe Park JARDINES MARIA LUISA, ein
riesiger Park in der Art eines botanischen Gartens. Auch hier wird
restauriert, geplante Kosten
1.100.000 Euro, finanziert mit Geldern der EU.
Überhaupt, Gelder der EU. Mich wundert gar nicht, dass die spanische Wirtschaft so ein rasantes Wachstum verzeichnet.
Die Spanier sind Europameister im Anzapfen der EU-Geldtöpfe. Was hier Straßen gebaut werden, geht auf keine sprichwörtliche Kuhhaut mehr. Selbst die Straßenkarten von 2003 sind schon wieder veraltet, denn es gibt inzwischen wieder neuen Schnellstraßen, Umgehungsstraßen, Erschließungsstraßen und Verkehrskreisel.
Die Ferienanlagen werden zwar von der Freizeitbranche finanziert, aber wo die Immobilien noch fehlen sind die Straßen schon fertig oder im Entstehen.
Und wenn schon gebaut wird, dann wird geklotzt und nicht gekleckert, mit Kleinkram gibt man sich nicht zufrieden. Straßen die den gleichen Status haben, wie bei uns Bundesstraßen, sind auf den Hauptstrecken zweispurig, mit Ein- und Ausfahrtanschlüssen wie unsere Autobahnen ausgerüstet.
Bei allen Straßenbauvorhaben prangt auf den Bauschildern auch das blaue Emblem mit dem Sternenkranz der EU als Kapitalgeber und Co-Finanzier.
Und nicht nur da, auch im Agrarbereich gibt es Subventionen. Alte, am Hang gebaute oder schlecht zugängliche Foliengewächshäuser lässt man verfallen, und planiert statt dessen ganze Täler topfeben ein. Auf Flächen wie Flugfeldern, werden neue Anlagen errichtet, natürlich maschinengerecht und mit Pflanzsubstrat.
Bevor man die dringend erforderlichen Stadtsanierungen in Angriff nahm, wurde natürlich ein Antrag auf Aufnahme in das Verzeichnis als Weltkulturerbe gestellt. Und wo das nicht geklappt hat, prangt zumindest wieder das blaue Schild mit dem Sternenkranz auf der Bautafel. Aber zurück zum Thema.
Wir verlassen SEVILLA am Nachmittag um an die, laut Reiseführer, menschenleeren und goldgelben Strände zwischen der Guadalquivier-Mündung und der portugiesischen Grenze zu gelangen.
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