Am Nil, der Lebensader Ägyptens, liegen die Tempel, Monumente und Grabmäler der alten Hochkultur wie an einer Perlenkette aufgereiht. Was liegt näher, als mit Hilfe einer Nilkreuzfahrt diese Perlen zu besuchen.
Unser Reiseprogramm sieht eine neuntägige Nilkreuzfahrt vor, von Luxor nach Assuan und zurück, sowie zweieinhalb Tage Kairo und anschließend zwei Tage Hurghada am Roten Meer. Eingestreut sind zahlreiche Ausflüge mit Bus, Motorboot, segelnden Feluken und ein Ausritt mit Kamelen.
1. Tag 22. Januar 2002
Wir fliegen vom Flughafen Paderborn-Lippstadt, mit umsteigen in Nürnberg, nach Luxor in Ägypten. Anders ausgedrückt, von plus 4° C in angenehme 21° Celsius, die richtige Temperatur für Mitteleuropäer.
Um ca.15:00 Uhr betreten wir unser Zuhause für die nächsten neuen Tage, die MS NILE SUPREME.
Nach einer Info-Veranstaltung über den Ablauf der Kreuzfahrt und nach einer Stärkung am Abendbuffet, beschließen wir, uns im nächtlichen Luxor noch etwas die Beine zu vertreten.
Kaum haben wir das Tor des Anlegebereiches durchschritten,
stürzen sich Taxifahrer und Kutschenlenker auf uns und bieten
ihre Dienste an.
Kräftig in Richtung Stadt ausschreitend,
können wir die Anbieter abwimmeln, bis auf einen: "Achmed
Mensch-Meier." Er hat eine so schäbige Kutsche und ist so
hartnäckig, dass wir uns auf eine Fahrt mit seinem
Gefährt einlassen.
2. Tag
Morgens Busfahrt im Konvoi nach Abydos mit dem Tempel des
Osiris-Kultes und des Sethos I.
Auf der Haupt-Verkehrsachse Nr. 2 , unmittelbar am Nil, die oft nicht
die Breite einer Bundesstraße erreicht, finden sich alle
Verkehrsmittel die Ägypten aufzubieten hat, Lastesel,
Lastkamele,
Eselkarren, Pferdewagen, Fahrradfahrer, Autos, Lastwagen, Busse und
natürlich Fußgänger.
Hinzu kommt, dass alle Fahrzeuge einen starken Linksdrall haben. Unser Busfahrer fuhr z.B. ca. 20% der Strecke auf der linken Fahrspur, ansonsten genau mittig. Rechts fuhr er nur, wenn der Gegenverkehr sich überholte. Bleibt noch anzumerken, dass in Ägypten die Hupen mindestens genauso abgenutzt werden wie die Reifen.
Anschließend sehen wir in Dendera den ptolemäischen Tempel der Göttin Hathor, bevor wir wieder nach Luxor zurückkehren.
3. Tag
Nach dem Frühstück geht es zu Fuß zum Karnak-Tempel. Er liegt nur ca. fünf Gehminuten vom Schiffsanleger entfernt, ist der größte Tempel Ägyptens und dem Gott Amun geweiht. Die Bauzeit betrug in Etappen ca. zweitausend Jahre, von etwa 2000 v. Chr. bis 85 n. Chr.
Nach der Rückkehr auf das Schiff, legt es um 14:30 ab. Wir nehmen Kurs auf Edfu, nilaufwärts gelegen. Wir sehen sehr viele stillgelegte Kreuzfahrtschiffe am Ufer vertäut und verlassen. Ein Mitreisender hat vor Luxor 50 Stück gezählt. Romantischer sind aber die Feluken mit ihren weißen Segeln.
Tea-Time auf dem Sonnendeck. Im Liegestuhl oder Decksstuhl sitzend, lassen wir die Nillandschaft an uns vorbeigleiten. Herz was willst du noch mehr? Um 17:45 versinkt die Sonne hinter der westlichen Hügelkette, die das Niltal zur Wüste begrenzt.
4. Tag
Heute wird um 06:30 Uhr geweckt. Nach dem
Frühstück, Landgang zum Tempel von Esna. Er wurde in
der Römerzeit errichtet und dem widderköpfigen Gott
Chnum gewidmet. Heute besteht er nur noch aus dem Säulensaal,
deshalb dauert die Besichtigung insgesamt nur eine Stunde. Nachdem der
letzte Gast an Bord ist, legt das Schiff wieder ab.
Bis zum Mittagessen räkeln wir uns auf dem Sonnendeck. Um
12:50 Uhr legt das Schiff in Edfu an und zehn Minuten später
startet unser Bus.
Das erste Ziel sind die Felsengräber von El Kab. Wir besichtigen drei Gräber von "Edlen", heute würde man sagen: ein General und zwei Minister.
Von hier aus geht es zurück nach Edfu zur
Tempelanlage des Horus.
Der Tempel in Edfu ist die best erhalltene klassische Tempelanlage
Ägyptens. Bis auf die Sphingenallee ist alles vorhanden. Auch
die Säulenhallen und das Allerheiligste ist noch
vollständig mit dicken Quadern eingedeckt. Er ist in seiner
Vollständigkeit und mit den vielen Reliefs sehr sehenswert.
Anschließend läuft das gleiche Programm wie am Vortag ab, das heißt, während der Fahrt die Nillandschaft genießen. Am Abend wird zum "candle-light-dinner" geladen.
5. Tag
Während wir schlafen fährt das Schiff weiter durch die Nacht und legt in den frühen Morgenstunden in Assuan an. Hier sehen wir den Philae-Tempel auf einer Insel im alten Stausee, den Kalabscha-Tempel im Nassersee, den Hochdamm von 1972 und den unvollendeten Obelisken im Granitsteinbruch.
Ein fakultativer Ausflug mit dem Bus durch Assuan startet später. Es beginnt mit einer Stadtrundfahrt, Besuch einer Moschee, weiter zum Aussichtspunkt über den Katarakten beim "Old Cataract Hotel" wo Agatha Christie ihren Roman "Tod auf dem Nil" geschrieben hat.
Es schließt sich ein Bummel durch den Bazar von Assuan an, mit dem Besuch eines Teehauses. Wohlweislich nehmen wir nur wenig Geld mit und geben auch alles für Gewürze und Nüsse aus. Es ist Vollmond über den Gassen der Stadt.
6. Tag
Mitten in der Nacht starten wir, wieder im Konvoi, durch die Wüste nach Abu Simbel mit Besichtigung der Kolossalstatuen Ramses II und des Nefertari-Tempels, ein Höhepunkt der Reise.
Nachmittags Bootsfahrt zum Nubischen Dorf und Kamelritt zu den Ruinen des St. Simeonsklosters. Nachdem die Kamele von den Kamelen abgestiegen und wieder an Bord sind, beginnt die Flussfahrt nilabwärts. Wir werden in der Nacht die Stadt Kom Ombo erreichen.
7. Tag
Als wir erwachen liegt das Schiff nur wenige Meter vom Doppeltempel entfernt am Flussufer vertäut.
Um 09:00 Uhr beginnen wir mit der Besichtigung des einzigen Doppeltempel Ägyptens. Die Anlage ist in der Längsachse symmetrisch geteilt, die nördliche Hälfte ist dem Horus und die südliche dem krokodilsköpfigen Sobek geweiht.
Nach der Rückkehr aufs Schiff, legte es kurz vor Mittag ab, um irgendwann in der Nacht wieder Luxor zu erreichen. Den Rest des Tages nutzen wir zum Sonnenbaden, Lesen und schlafen.
8. Tag
Heute fängt der Tag wieder früh an. Die Busse fahren schon um 07:00 Uhr nach Theben-West in den Bereich der Gräber und Totentempel. Der erste Stopp ist bei den Memnon-Kolossen.
Als nächstes halten wir am beeindruckenden Totentempel der Hatschepsut.
Weiter geht es, vorbei an zahllosen Alabasterwerkstätten, zum Tal der Könige. Hier kann man mit einem "Töff-Töff" genannten Traktorenzug mit Anhängern ca. einen Kilometer weit in das Tal hineinfahren. Die Bergflanken sind mit Geröll und Erosionsschutt übersät, dazwischen immer wieder Eingänge zu den Gräbern im Berg.
Am Spätnachmittag steht dann der "kleine" Luxor-Tempel auf dem Programm, der dem Gott Amun geweiht ist. Er war ursprünglich durch eine drei Kilometer lange Sphingenallee mit dem Karnak-Tempel im Norden verbunden. Auch hier hat Ramses II gebaut und sich dabei nach Kräften verewigt. Vor dem Eingangspylon ließ er einst zwei Obelisken aufstellen. Einer davon steht heute auf dem Place de la Concorde in Paris.
9. Tag
Heute können wir ausschlafen, erst am späten Vormittag startet die Felukenfahrt zur Bananeninsel. Feluken, das sind Nil-Segelschiffe mit breitem jollenartigem Rumpf, einem Senkschwert zur Verringerung der Abdrift und einem Lateinersegel für den Antrieb.
Wir befinden uns jetzt auf einer Halbinsel mit Bananenplantage und vielen blühenden Mangobäumen. An den Bananenstauden kann man die Entwicklung von der Blüte bis zur Frucht sehr gut sehen, weil es Stauden in jedem Reifestadium gibt.
Der Rest des Tages wird zum Relaxen und Sonnenbaden genutzt. Abends richten wir unser Gepäck, denn morgen ist frühes Aufstehen angesagt.
10. Tag
Nach dem Frühstück Ausschiffung, Transfer
zum Flughafen und Flug nach Kairo.
Direkt im Anschluss besuchen wir das Ägyptische
Nationalmuseum. Ein Besuchermagnet ist die Abteilung Tutenchamun mit
den fantastischen Grabbeigaben. Anschließend Ankunft im
Pyramisa-Hotel.
Ab 19:00 Uhr steht eine nächtliche Stadtrundfahrt mit
Bazarbummel, Teehausbesuch und Bootsfahrt auf dem Nil auf dem Programm.
Später, auf der Bootsfahrt durch die beleuchtete Stadt, ereilt
uns Unvorhergesehenes. Unser Boot läuft auf eine Sandbank auf
und kann nur unter Schwierigkeiten wieder flott gemacht werden.
11. Tag
Das erste Ziel ist heute die ehemalige Hauptstadt des ägyptischen Reiches "Memphis."
Anschließend geht es zur Stufenpyramide von Sakkara. Dieses Mausoleum des Königs Djoser ist nicht nur die älteste – etwa 2670 v. Chr. – sondern auch der früheste Monumentalbau aus Stein.
Das nächsten Ziele, die Zitadelle und die
Mohammed-Ali-Moschee genannt Alabastermoschee, liegten im Osten der
Stadt auf dem 75 m hohen Rand des Niltales.
Der Besucherandrang ist enorm, denn heute ist Freitag, für die
Moslems gleichbedeutend wie für uns der Sonntag.
12. Tag
Heute sehen wir die außerhalb der Stadt gelegenen Pyramiden von Gizeh und die Sphinx des Cheop.
Danach verabschieden wir unseren Reseführer Sameh und starten die Busfahrt durch die östliche Wüste und entlang des Roten Meeres nach Hurghada.
Jetzt durchschießt Pharaos Rache meine Eingeweide. Innerhalb einer viertel Stunde geht es mir ausgesprochen schlecht und ich kann die Fahrt gar nicht genießen. Bei Anbruch der Dunkelheit ist das Ziel, das Grand-Hotel Hurghada, erreicht.
13. Tag
Heute geht es mir etwas besser und ich frühstücke ein wenig. Den Rest des Tages verbringen wir auf Liegestühlen am Strand und lesend auf der Terrasse. Brigitte geht alleine zum Buffet.
14. Tag
Heute fühle ich mich wieder fit.
Noch in der Dunkelheit, beim ersten Rufen des Muezzin, reiße
ich die Terrassentür auf, um die kühle Nachtluft
herein zu lassen.
Nach dem Frühstück erkunden wir zu Fuß
einen Teil des neuen Hotel-Hurghadas. Unterwegs sehen wir ein
Internet-Café und ich gehe anschließend
zurück um der modernen Kommunikation zu frönen. Der
Rest des Tages läuft ab wie gestern.
15. Tag
Um 04:00 Uhr wird geweckt.
Frühstück, auschecken, Gepäck
identifizieren, dann Abfahrt nach Safaga zum Sammelplatz für
den Konvoi durch die östliche Wüste nach Luxor. Um
11:00 Uhr wird die Stadt Luxor erreicht und für zwei Stunden
relaxen wir auf dem Sonnendeck eines Hotelschiffes, bevor es zum
Flughafen und damit nach Hause geht.
Um 21:15 Uhr holen uns die Kinder vom Flughafen ab.
Bei Interesse kann hier eine ausführliche Reisebeschreibung im PDF-Format oder TXT-Format abgerufen werden.
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